Dichtmasse für Vergaserfuß

  • Moin,


    wie schon hier geschrieben mangelt es meinem HH-Motor extrem an Leerlauf und bei Überlandfahrt merkt man auch Magerruckeln. Daher der Verdacht auf Nebenluft.


    Ich hatte erst die Dichtung zw. Ansaugkrümmer und Zylinderkopf im Verdacht da die nach der "Restaurierung" vor 3 Jahren arge Probleme bereitete als ich ausschließlich die vorgesehene Papierdichtung verwendete. Da war das Drama das gleiche wie jetzt also kein Leerlauf und Magerruckeln. Nachdem ich dann sowohl auf den ZK- als auch den Brückenflansch Reinzosil appliziert habe lief der Motor wie schon 20 Jahre vorher nicht mehr: sagenhafter Leerlauf, füllige Leistungskurve, kein Ruckeln, kein Aussetzer.


    Also habe ich heute genau da angesetzt mit der Fehlersuche und bin prompt auf die Nase gefallen. Entgegen meiner Vermutung ist zwischen ZK und Brücke alles in Ordnung. Nun stellt sich also die Frage wo die Nebenluft denn wohl sonst eindringt und da bin ich dann beim Vergaserflansch, also diesem unsäglichen Gummifuß der gegen die Ansaugbrücke dichten soll. Das hatte der Digijet der alte Fuchs ja gleich gemutmaßt. Prima, nun bin ich ja auch schon soweit. :O


    Ich habe beim 82er ja diese neuzeitliche Einrichtung mit dem Wärmeschutzblech welches noch zwischen Brücke und Vergaserfuß montiert wird. Das soll wohl zu viel Hitze vom Vergaser abschirmen - der Fluch der Abgasbeheizung für's Saugrohr nehme ich mal an. Also habe ich da noch mehr Kontaktflächen die zu dichten sind.


    Was nehmt ihr an dieser neuralgischen Stelle für Dichtmitel? Das muss ja schon recht benzinresistent sein, eigentlich schon benzinfest. Ich hatte da Reinzosil dünn aufgetragen und konnte so heute feststellen, dass es da offenbar einer Dichtmasse bedarf. Der Flächenflansch der Ansaugbrücke ist da wohl leicht konkav was insofern blöd ist als dass die Vergaserschrauben in den 4 Ecken den Gummiflansch auch nicht so weit nach unten ziehen dass es ohne Dichtmasse dichtet.


    Als einigermaßen benzinresistent kenne ich Curil, Curil K2 und Curil T sowie eben Reinzosil. Letzteres haftet aber nicht am Gummi des Vergaserfußes wie sich heute zeigte. Das ist also nicht optimal. Daher bin ich mal auf Eure Alternativen gespannt.


    EDIT:

    Ach ja, und die Dichtung 052129719B (Flächendichtung zw. Ansaugbrücke und Wärmeschutzblech) ist auch nirgends zu bekommen. Gut dass ich vor einiger Zeit mal Dichtungspapier in verschiedenen Stärken gekauft habe. VW-Teileversorgung mal wieder at its best...


    Gruß,

    Jens

  • Hallo Jens,


    das Hitzeblech kannst du auch weg lassen.

    Das hatten die Autos eh nicht alle ab Werk. Und heiß springen die Dinge nach paar Minuten Standzeit so oder so nur bei durchgetretenem Pedal an (pin runter und Orgeln, bis er kommt, kann mal 15s dauern)....


    Dann haste eine Dichtfläche weniger!


    Digijet


    [x] <= Hier Nagel einschlagen für neuen Monitor!


    Der Horizont vieler Menschen ist ein Kreis mit dem Radius Null - und das nennen sie ihren Standpunkt.
    (A. Einstein)


  • Hi Carsten,


    das hatte ich mir auch schon überlegt, war aber unsicher ob das nicht nach hinten losgeht. Werde ich wohl ausprobieren da auf dem Weg auch die o.g. Dichtung 052129719B obsolet wird, das sind dann schon 2 Fliegen mit einer Klappe.


    Nun muss ich nur noch Dichtmasse finden die mit dem Gummi harmoniert. Oder alten Fahrradschlauch aufschneiden und unterlegen... Not macht ja erfinderisch. :uhoh:


    Danke für Deine gewohnt klare Aussage die mich weiterbringt! :thumbup:


    Gruß,

    Jens

  • Bis heute habe ich folgende Tätigkeiten erledigt:

    • Vergaser-Düsen gereinigt, Kanäle durchgeblasen, Pulldown-Mechanismus gängig gemacht, Pulldown-Membrane ersetzt, Pulldown auf Dichtigkeit geprüft und durch Einbau neuer Dichtung für Einstellschraube wiederhergestellt, Leerlaufdüse gegen Neuteil ersetzt da dieses den Dichtring hat, Nadelventil auf Dichtigkeit geprüft, Höhe Dichtring Nadelventil geprüft, Starterklappenspalt und Starterklappenspalt auf Durchlaufraste eingestellt
    • alle sonstigen Unterdruck-Komponenten, d.h. BKV, Unterdruckdose Zündverteiler und Unterdruckdose Ansaugluftvorwärmung, auf Dichtigkeit geprüft
    • Tankentlüftung geprüft und bestehende Verstopfung beseitigt
    • Vergaser montiert ohne Wärmeabweisblech aber mit Isolator, alle Dichtflächen mit Curil abgedichtet

    Heute stand dann die erste Probefahrt an. Ich habe lange überlegt ob ich die wirklich machen soll denn der heutige Tag war schön und den wollte ich mir nicht versauen. Aber aufgrund des passenden Wetters habe ich dann doch die Fahrt durchgeführt.


    Der Wagen war beim Start und Warmlauf kaum wiederzuerkennen. Ob das nun an der Tankentlüftung lag oder an der Justage der Starterklappenspaltmaße oder an dem nun funktionierenden Pulldown kann ich nicht sagen, jedenfalls lief der Wagen deutlich besser wenn auch nicht wirklich so wie ich das erwarten würde. Ein leichter Hang zum Lauf auf nur 3 Töpfen war durchaus vorhanden in den ersten 20 Sekunden Kaltlauf.


    Ich konnte den Choke schon deutlich früher reinschieben - ich bin da etwas sehr ambitioniert, mag den Wagen nicht lange mit der Anfettung bewegen. Dabei konnte ich feststellen dass zu schnelles Einschieben den Leerlauf beim Auskuppeln zwar Richtung 600/min sinken ließ, der Motor aber nicht ausging. Auch schon mal was wert!


    Als der Motor dann warm war sank der Leerlauf beim Auskuppeln auch nur bis in den erwarteten Bereich (ist ja netterweise auch auf dem Tacho markiert).


    Meine Versuche, den Vergaser behelfsmäßig einzustellen, waren aber nicht so von Erfolg gekrönt. Zwar konnte ich den Leerlauf über die entspr. Schraube kontrollieren. Das Drehen der CO-Schraube brachte aber kaum einen Effekt. Die Drehzahl sank bei zu weit zugedrehter Schraube irgendwann zwar ab aber ich kann mich erinnern dass sich das früher mal anders anfühlte und auch von diesem Absenkpunkt nach oben hin, also mit Aufdrehen der Schraube, der Motorlauf selber irgendwie geschmeidiger wurde.

    Allerdings frage ich mich diesbezüglich auch ob ich bzgl. Motorlauf nicht durch 26 Jahre Einspritzer reichlich verwöhnt bin.


    Immerhin ist der Wagen somit erstmal fahrbar. Einen Schraubendreher mit dem man im Notfall am Vergaser nachjustieren kann werde ich an Bord haben.


    Alles in allem aus meiner Sicht zumindest ein Teilerfolg was den Motorlauf angeht. Mal sehen, evtl. sollte ich mir die Einstellschrauben und deren Dichtungen auch noch mal ansehen - das waren die einzigen Punkte die ich am Vergaser ausgespart habe da ich die ursprüngliche Einstellung nicht verwerfen wollte.


    Gruß,

    Jens


    PS: Meine 12-jährige Tochter, die mich auf die Probefahrt begelitete, saß zum ersten Mal im Coupé und damit überhaupt in einem 86C. Das Gesicht beim Motorstart war Wertklasse. "Ich dachte gleich fällt der Wagen komplett auseinander" war ihr Kommentar. Klar, nach dem Start auf gut 4-stellige Drehzahlen hochdrehende Motoren in - aus heutiger Sicht - nur unzureichend gedämmten Fahrzeugen war sie nicht vorbereitet.

    Auch der einzige Lautsprecher im Armaturenbrett förderte großes Erstaunen hervor.

    "Das mit den kleinen Walzen ist ja süß" war dann auch folgerichtig der Kommentar zum Wegstreckenzähler. Da ging mir auf dass sie das ja dank digitaler Anzeigen auch nicht kannte. Man bin ich alt...