FEM Analyse für neue Bauteile

  • Hallo zusammen,


    wir hatten ja bereits in anderen Gesprächsbeiträgen das Thema immer mal wieder angeschnitten. Deshalb würde ich es hier gerne mal möglichst umfassend besprechen

    und vorstellen, damit jeder Interessierte sich einen Überblick verschaffen kann, was ihn erwartet, damit letztlich der legalen Eintragung ein Weg bereitet werden kann.


    Deswegen nun einmal meine Fragen hierzu:


    1) Gibt es nur die eine oder mehrere FEM Analysetypen?

    2) Was wird für eine FEM Analyse benötigt (3D CAD Zeichnung, oder ähnliches)?

    3) Wer kann die FEM Analyse durchführen? Welche gesetzlichen Vorgaben sind zu beachten?

    4) Gab es / gibt es gesetzliche Anforderungen, die sich bei der FEM Analyse bisher geändert

    haben bzw. bei den absehbar ist, daß es Änderungen geeben wird?

    5) Wie lange sind die Ergebnisse der FEM Analyse gültig / anwendbar?

    6) Gibt es noch etwas zu beachten, was mit den bisherigen Fragen noch nicht geklärt wurde?


    Besten Dank



    Gruß

  • Welchen direkten Zusammenhang soll es zwischen einer, wie auch immer gearteten FEM Analyse und einer legalen Eintragung geben?

    Ciao,
    Stefan


    Zitat

    Original von Mail Man G40
    Das passiert offenbar, wenn Schizophrenie auf Alzheimer trifft. Wenn der eine sich nicht mehr erinnern kann, was der andere mal geschrieben hat... :idee:

  • Mag ja sein, dass es einen TÜV gibt, der deren "komplexe FEM Berechnung" als Basis für eine Eintragung nutzt, alleine die Formulierung in der Beschreibung "Wir konnten gegenüber dem Serienfahrwerk nachweisen, dass es eine höhere Stabilität um den Faktor 10 mit sich bringt." zeigt mir, dass da irgendeiner nicht so genau weiß was er tut.

    Daraus abzuleiten, dass eine FEM-Berechnung alleinige Legimitation einer Eintragung sein könnte, ist schlicht falsch.

    (Wäre ich als aaS für die Eintragung verantwortlich, würde das wahrscheinlich, egal was da zehnmal stabiler sein soll, genau deshalb nicht abnehmen...;))

    Ciao,
    Stefan


    Zitat

    Original von Mail Man G40
    Das passiert offenbar, wenn Schizophrenie auf Alzheimer trifft. Wenn der eine sich nicht mehr erinnern kann, was der andere mal geschrieben hat... :idee:

  • Nun denn...

    Deswegen nun einmal meine Fragen hierzu:


    1) Gibt es nur die eine oder mehrere FEM Analysetypen?

    Unzählige. Die Abkürzung FEM steht für Finite-Elemente-Methode die nichts anderes als ein Berechnungsverfahren ist mit dem sich ziemlich viel berechnen lässt. Einstieg ins Thema z.B. über Wikipedia.

    2) Was wird für eine FEM Analyse benötigt (3D CAD Zeichnung, oder ähnliches)?

    - 3D Daten, in gängige FEM-Software lassen sich eigentlich alle Austauschformate importieren.

    - Berechnungsziel

    - Randbedingungen


    3) Wer kann die FEM Analyse durchführen? Welche gesetzlichen Vorgaben sind zu beachten?

    - Erstmal jeder der dazu in der Lage ist, eine FEM Software zu bedienen. FreeCAD bietet z.b. ein FEM Modul. Ich habe allerdings keine Ahnung was das kann.

    Wenn du es machen lassen willst, kannst du dich an so ziemlich jeden Automotive-EDL wenden. Ich kann dich gerne weitervermitteln.

    - Nur die der Mathematik.

    4) Gab es / gibt es gesetzliche Anforderungen, die sich bei der FEM Analyse bisher geändert

    haben bzw. bei den absehbar ist, daß es Änderungen geeben wird?

    Mir wäre nicht bekannt, dass in irgendeinem Zulassungsverfahren konkret eine FEM Analyse gefordert wird.

    5) Wie lange sind die Ergebnisse der FEM Analyse gültig / anwendbar?

    Für das Berechnungsmodell mit der eingesetzten Software(-Version) hoffentlich ewig.

    Ansonsten verstehe ich nicht für was das Ergebnis gültig/anwendbar sein soll.

    6) Gibt es noch etwas zu beachten, was mit den bisherigen Fragen noch nicht geklärt wurde?

    Mir drängt sich der Eindruck auf, dass dir grundsätzlich unklar ist, wie die Arbeit mit FEM real ausschaut. Im Prinzip ist das nichts anderes als ein computergestütztes Berechnungsverfahren und erstmal nicht besser oder schlechter als andere Berechnung. Klarer Vorteil: Sehr einfache, computeranwendbare Methode, die dadurch sehr detaillierte Ergebnisse liefern kann. Aber auch die folgt dem Grundsatz "Shit in, shit Out." Und FEM bietet unzählige Möglichkeiten Fehler einzubauen. Das geht bei den CAD Daten los, über die Vernetzung, Bauteileigenschaften, Verbindungen, Lasten...

    In der Anwendung werden Simulationsergebnisse durch reale Versuche verifiziert, die Erkenntnisse fließen dann wieder an die Berechnung zurück und auch heute noch kommt es immer wieder vor, dass ein Berechnungsergebnis im Versuch nicht nachzuvollziehen ist.

    Die Vorstellung, ich lass Mal schnell eine FEM Berechnung machen und habe dann ein unwiderlegbares Ergebnis trifft einfach nicht zu.

    Und um Mal den Verstärkungsrahmen als Beispiel zu nehmen:

    Die Konstruktion bei VW hatte irgendeine Idee, wie ihr Rohbau funktioniert. Das wurde mit vielen Versuchen evaluiert und im Zweifelsfall die Konstruktion optimiert.

    Nun kommt einer und schraubt einen Rahmen an den Vorbau. Egal welche Eigenschaften der hat, er ändert die Eigenschaften des Voraus massiv, dieser arbeitet nicht mehr wie geplant und erprobt. Das mag für unsereins in Sachen Fahrverhalten positiv sein, wirkt sich aber ganz sicher negativ auf das Crashverhalten aus. Wie? Wäre höchstens im Versuch zu ermitteln. Abschätzen lässt sich, dass die Zelle überlastet wird in kollabiert wo sie das ohne Rahmen nicht täte.

    Um das zu rechnen müsste ich aber detaillierte Kenntnisse der Rohbaustruktur und aller Montageteile haben. Die hat für den 86C aber wahrscheinlich noch nicht Mal VW.

    Ciao,
    Stefan


    Zitat

    Original von Mail Man G40
    Das passiert offenbar, wenn Schizophrenie auf Alzheimer trifft. Wenn der eine sich nicht mehr erinnern kann, was der andere mal geschrieben hat... :idee:

  • Ja, es ist richtig, daß ich aktuell wenig Kenntnisse zum Thema FEM Analyse habe. Deswegen versuche ich ja gerade, alles Mögliche zusammen zu tragen.

    Ich kenne da einen Fahrwerksingenieur, der vor 20 Jahren tatsächlich auch einen 2F als Coupe fuhr. Und mit dieser Person möchte ich mich diesbzgl. unterhalten und nicht unvorbereiter in das Gespräch gehen; in der Hoffnung, daß er mir (uns) weiterhelfen kann.


    Besten Dank



    Gruß



    Tobias

  • Teile, an denen Bedarf vorhanden ist, weil die original Komponenten bei stärkerer Motorsierung überfordert sind.

    Konkret für unsere Polos einen Vorderachsrahmen mit Dreicksquerlenkern oder auch andere Bremssatteladapter (um am Einser Jetta

    die kleinste Golf 4 Bremse mit ATE Ceramic Bremsbelägen fahren zu können).

  • Hi,

    wegen der Bremse so ein Aufriss? Gibt doch mehr als genug Lösungen für die 256er Scheiben...


    Mal abgesehen davon, dass das Gutachten für den Pogo-Rahmen nicht wirklich viel Wert ist... bei den "Traggelenken" ist das nur ne Frage der Zeit, bis da was schief geht...


    MfG

    Roland

    "Zyniker, der [Subst.], ist ein Schuft, dessen mangelhafte Wahrnehmung Dinge sieht, wie sie sind, statt wie sie sein sollten."