Motor Resteverwertung

  • Hallo zusammen,

    hab mal mein Lager gesichtet und einige Sachen gefunden.

    Ich überlege, einen Schlepphebelmotor daraus zusammenzustecken, bin nur unsicher, ob die Teile zusammenpassen bzw. das Kunstwerk dann vernünftig läuft

    1. Motorblock mit Innenleben HB von 1978, etwa 30tkm

    2. Kopf HH ohne Abgasrückführung mit Innenleben neu

    3. Vergaser HB mit Startautomatik und passender Brücke neu

    4. Zauberzündung Bosch, vom Motor GS (wie HH) neu

    5. Gusskrümmer, Flammrohr vom HC, mittleres Auspuffrohr ohne Dämpfer vom HB, Endtopf Serie, Leistritz.


    Lassen sich statt der Muldenkolben auch die flachen vom Formel E für höhere Verdichtung verwenden? Brauche ich dann zwingend den Formel E-Verteiler mit weniger Frühzündung?


    Wäre statt des 1100er Blocks auch ein 1400er vom Golf 3 ABD zu verwenden? Der sammelt ebenfalls Staub ohne eine Aufgabe zu haben. Was müsste dafür an Komponenten geändert werden gegenüber HB? Es soll kein Renn-Motor werden mit Webern usw, sondern ein serienmäßig aussehendes Triebwerk zwischen 50 und 60PS mit alltagstauglichen Manieren.

    Als Getriebe liegt noch ein AHD und ein 8N vom Golf 2 rum.


    Bin gespannt auf eure Vorschläge

  • Hi, wenn du´s ganz einfach und low budget haben willst, setze die erste Variante um.

    - Der HH-Kopf 052 103 373 C ohne Abgasvorwärmung wurde auch original beim HB verbaut, das Brennraumvolumen ist identisch.

    - Am besten auch die originale HH/GK-Nockenwelle verwenden.

    - Die Formel-E-Kolben mit geänderter Kompressionshöhe für die höhere Verdichtung kannst du dort einsetzen.


    Ich würde nur die Gemischaufbereitung und die Zündung nicht so übernehmen, auch wenn´s eh kein PS-Monster wird.

    - Mindestens den 34er PICT aus dem HH oder den 2E3-Vergaser aus HK/MH oder GK verwenden (Achtung: Bedüsungen unterschiedlich)

    - Mindestens Dignition-Zündung mit Kennfeld und Zündwinkelverstellung via Unterdruck aus dem GK oder ggf. ein eigenes Zündmodul.

    - Von einer "starren" Zauberzündung ohne Unterdruckverstellung würde ich komplett abraten.


    Der ABD hat gewisse Vorteile (mehr Kubik, mehr Hub, längere Pleuel), ist aber im originalen Zustand mit dem Brennraum-Schlepphebelkopf nicht

    zu verheiraten. Da würdest du dann einen Heron-Schlepphebelkopf benötigen (GL/HK/GK).

    Was bei dieser Kombi dann zu beachten ist, ist mindestens der Zahnriementrieb (Umbau des Zahnriemenrades des Zylinderkopfs).

    Ob das Zahnriemenrad des Schlepphebelkopfs mit den Riemenrädern des ABD-Rumpfs 100% fluchtet, kann ich gerade nicht sagen.

    Bei 6N-Motoren hab ich das Problem gehabt. Der ABD-Zahnriementrieb ist dem des ABU ähnlich. Das kann dann eventuell nicht

    ohne Anpassungen funktionieren. Bilder dazu kann ich gerne suchen.

    Gruß


    Frank

  • Hallo Frank,

    danke für die ausführliche Antwort.

    Was ich Zauberzündung nenne, ist der kontaktlose Verteiler vom GS mit Unterdruckdose bzw. vom Ibiza 1,2 mit 60PS,ebenfalls mit Unterdruckdose, der die selbe Verstellkurve hat wie der 052 905 205 vom HB, HH. Mit der Lösung bin ich am serienmäßigen HB im Audi50 sehr zufrieden.


    Einen 34PIC(T) müsste ich erst suchen, müsste aber nach grober Abschätzung besser passen als der 31er.


    Der ABD bleibt dann wohl im Lager, denn einen kompletten neuen GK mit 2B2 von Knobloch hab ich noch und würde den dann mal in den kometenblauen 2er bauen.


    Gruß

    Christian

  • Beschreibung der kontaktlosen Zündung

    14404-zuendung-bosch1-jpg

  • Hallo


    Die ABD Welle könntest in den HB stecken dann hättest 1200 ccm und ne gute Verdichtung


    musst aber den kolbenüberstand da genau prüfen , aber mit der dicken 1,75 mm kopfdichtung müsste das klappen


    Mfg Kai

  • Das ist im Prinzip ein netter Gedanke, die 3,35mm weniger Kolbenunterstand gegenüber des originalen HB müsste man mal prüfen.


    Allerdings gebe ich die unterschiedlichen Ölpumpenantriebe von HB- und ABD-Welle zu bedenken. Da müssen dann entweder das Ritzel für die Kettenpumpe an der ABD-Welle abgezogen und zwei Flächen für den Antrieb der Sichelölpumpe angefräst werden oder der HB-Block auf Kettenpumpe umgebaut werden.

    Was davon ist jetzt aufwändiger?

    Denke, da ist man mit Verwendung der Formel-E-Kolben + Zylinderkopf planen schneller und günstiger am Ziel.


    Gruß

    Frank

  • Hallo Kai, das eine hat ja per se erstmal nix mit dem anderen zu tun.

    Es ist ja was anderes, einen Schleppikopf auf den AEE-Block zu schnallen (NW-Rad auf Supertorque umbauen und Fluchtung des Riemens beachten), als eine Kurbelwelle mit Kettenantrieb für die Sichelölpumpe zu verwenden ;)

  • Danke für eure Ideen.

    In diesem Fall werde ich wohl die Schlepphebel-Komponenten zu einem optimierten HB zusammenstecken. Wenn um die 55PS rauskommen, bin ich zufrieden. Fährt sich in jedem Fall besser als die 40PS der Basis.

    Der GK mit 2B2 und Gillet kommt ins 2er Coupe,

    Der ABD wäre eher was für später, weil noch ne Kiste mit NZ/3F-Teilen rumliegt, Die Teile muss ich aber erstmal sichten und dann entscheiden. Würde ich vielleicht auch als Paket abgeben, weil es gerade kein passendes Auto dafür gibt.

  • Kai: Wie gesagt, man muss halt bei so nem Umbau den kompletten Ölpumpenantrieb vom ABD übernehmen.
    Ob man das will und ob und wie das passt, kann ich nicht sagen, da hab ich zu wenig Erfahrung, sorry.
    Aber das kannst du ja gerne bei dir so machen.


    Manchmal denk ich, ich bin mit meiner fast 30-jährigen Polo-Motoren-Schrauberei einfach nur ein blutiger Anfängerhonk...

  • Moin,


    hab mal eine gebrauchte ABD Welle gekauf, die für einen 1400er Schlepphebelmotor in Verwendung war.
    Das Kettenrad für die Ölpumpe ist aufgeschrumpft und mit etwas Wärme leicht abzuziehen. Bekommt man auch wieder drauf.

    Der Erbauer dieses 1400er Schleppi-Blocks hat damals die beiden Kanten für den Sichel-Ölpumpenantrieb sogar einfach dran gefeilt. Klingt abenteuerlich, aber das Material ist weich genug und es kommt nicht auf den 100stel mm an, hat bestens funktioniert.

    Damit sollte das auch jeder professionelle Fräser auf einer konventionellen Fräsbank günstig erledigen können...

    Und selbst mit der Modifikation kann man das Zahnrad wieder drauf schrumpfen und die Welle auch wieder in einen Hydro-Block mit Kettenpumpe bauen.

    Über Sinn und Unsinn und Alternativen hat Frank ja ausgiebig informiert. Viele Wege führen zu Hubraum und damit Drehmoment und auch Leistung ;)

    Digijet



    [x] <= Hier Nagel einschlagen für neuen Monitor!


    Der Horizont vieler Menschen ist ein Kreis mit dem Radius Null - und das nennen sie ihren Standpunkt.
    (A. Einstein)

  • Manchmal denk ich, ich bin mit meiner fast 30-jährigen Polo-Motoren-Schrauberei einfach nur ein blutiger Anfängerhonk...

    Frank, nicht ärgern, nur wundern!

    Manche Leute müssen einfach die Fehler und Erfahrungen noch einmal machen, die andere Jahrzehnte vorher schon durch hatten.

    Deine Motoren sind im Betrieb und laufen, andere planen nur, aber fahren nicht...

    Digijet



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    Der Horizont vieler Menschen ist ein Kreis mit dem Radius Null - und das nennen sie ihren Standpunkt.
    (A. Einstein)

  • Hallo Jungs,


    das Thema kommt mir wie gerufen, ich habe ähnliches vor:


    - Block vom HC ( 1.1 60 PS - mit Flachkolben )

    - Kopf vom HB ( 052 103 373 J ), wird leicht bearbeitet

    - mit Nockenwelle vom HH/GK

    - Ansaugbrücke vom HH, in der Variante mit Abgasrückführung

    - Vergaser 34 PIC-6

    - für etwas mehr Frühzündung der ZV 052 905 205 (ohne G)

    - orig. Luftfilter in der Bratpfanne wird durch K&N-Variante ersetzt

    - dazu der 4 in 2 Gusskrümmer, danach ebenfalls ohne MSD,

    - der ESD orig. Leistritz


    Nun aber meine Fragen:


    1. Behält man den Abgaskrümmer in der Ausführung mit dem großen und dem kleinen Loch (HB) oder kann man auch auf die Variante mit zwei gleich großen Löchern wechseln (HC). Habe mal gelesen, dass man bei der Variante mit Abgasrückführung den Krümmer mit großem und kleinen Loch fahren muss. Würde aber gern den Abgaskrümmer mit den zwei gleichgroßen Kanälen fahren. Habe beide hier liegen. Was meint ihr? Gibt das in irgendeiner Art Probleme?


    2. Welches Getriebe würde gut dazu passen? Zur Auswahl stehen derzeit GG, GW und 8P.

  • Hallo,

    zum Krümmer habe ich keine Erfahrung. Ich bevorzuge wegen der unterschiedlichen Verbrennung eindeutig Köpfe ohne AGR.

    Das 8P scheint mir etwas lang, besser wäre das 8N vom Golf 2. Vielleicht sogar ein kurzes AHD, 8R vom GK. GG und GW wären mir zu kurz, besser GX, AKY. Die 3+E wie QS, 3D würde ich nicht nehmen.

    Gruß

  • Ich habe mich mal durch diverse Beiträge im Netz gelesen und meine eine Antwort zu haben (ohne Anspruch auf Richtigkeit):


    Die Vorwärmung der Ansaugbrücke - egal ob wasserbeheizt, mittels Abgasrückführung oder wie später durch elektronische Vorwärmung (sog. Heizigel) - dient ja prinzipiell dazu, das Kondensieren des warmen Benzin-Luftgemisches aus dem Vergaser an den kühlen Innenwänden der Ansaugbrücke bei kalten Temperaturen zu vermeiden und den Motor schneller auf Betriebstemperatur zu bringen.


    Bei der Version der Abgasrückführung/der abgasbeheizten Variante wandern die heißen Abgase durch die Ansaugbrücke in den Zylinderkopf (oder aus dem ZK durch die Brücke in Richtung Hosenrohr?) So oder so: um das Zirkulieren der Abgase im Heizsystem am Laufen zu halten und ein zu schnelles Abströmen der Abgase über den Krümmer zu vermeiden, wurde bei abgasbeheizten Variante im Krümmer ein Abgang mit einer kleineren Öffnung versehen.


    Das Ganze ist aber nur für den Winterbetrieb wichtig bzw. bei kühlen Temperaturen relevant. Im Sommerbetrieb - und wie bei mir nur als Saisonfahrzeug - ist ja eher die Wärmeabführung aus dem Motor entscheidend. Insofern kann dann auch der Abgaskrümmer mit den beiden gleich großen Öffnungen zum Einsatz kommen. Und sollte auf die Wirkungsweise des Motors insgesamt keinen negativen Einfluss haben. Sonst wäre ja jeder Fächerkrümmer für die Katz ...