Zylinderkopf aufarbeiten

  • Hatte heute mal wieder bisschen Zeit, langsam krieg ich das Gefühl dass die Aufgaben nicht mehr mehr werden, sondern weniger, Juchhu!

    Restliche Ventile eingeschliffen, morgen mach ich mal nen Dichtheitstest.

    Am Krümmer hab ich mir einen abgeschliffen, meine Fresse... aber ich denke der sollte jetzt auch parat sein.

    Gibt es bei den Dichtungen für Krümmer und Ansaugbrücke eigentlich ein vorne und hinten, bzw. richtigrum/falschrum?


    Und die Dichtfläche am Motorblock muss ich noch cleanen. Hab mal mit Schleifpapier probiert, aber das funzt irgendwie nicht... werde morgen mal mit der Nylontopfbürste probieren, ist ja kein Alu (oder?). In die Kanäle hab ich kleine T-Shirt-fetzen gestopft um nicht unnötig Kleinteile ins Öl zu befördern.


    Edit: achja, und den Ölkanal hab ich auch nach euren Tipps bearbeitet. Fotos folgen.

  • Moin, den Dichtungen ist es egal wie du sie verbaust. Es gibt auch Hersteller, da macht es keinen Unterschied.

    Hast du es am Block mal mit einem Schaber mit querstehender Klinge versucht?

    Das geht manchmal auch echt gut.


    Was sich auch lohnt.. das habe ich erst recht spät gelernt, ist die Bohrungen & Gewinde für die Kopfschrauben zu putzen.

    Ich hatte mir dafür einen 5..6mm dünnen Gummischlauch an den Rüssel vom Werkstattsauger geklebt, die Bohrungen mit Bremsenreiniger gespült, ausgebürstet & den Dreck dann rausgesaugt.


    Gruß,


    Sebastian

  • Ja, mit dem Schaber hab ich auch gearbeitet. Allerdings waren die Reste teilweise wie eingebrannt, daher bin ich am Ende jetzt mit 320er Schleifpapier und einem simplen Korkklotz ran. Würde später nochmal mit 600er drübergehen. Ist sicher nicht die optimale Rangehensweise, aber alles andere hat einfach überhaupt nichts mehr gebracht und bei mir fing an sich Frust breitzumachen, zumal auch nur 1 Ventil dicht geworden ist und ich alle anderen nochmal neu einschleifen muss. Aber jetzt nur nicht aufgeben!


    Am Motorblock sind die Ringe der ZKD und die des Ölkanals immer noch sehr gut sichtbar. Ich vermute dass das 1-3 Zehntel sein könnten, die ich runterschleifen muss bis die verschwinden. Hier werde ich mir was ausdenken müssen um das schön plan hinzubekommen, evtl ne Stahlplatte zuschneiden lassen, wobei das dann auch erst nächste Woche wieder geht und das Budget auch langsam stapaziert ist. Vielleicht muss es auch einfach der Korkblock tun und ich versuche einfach sehr genau zu sein...

  • Wie prüft ihr denn eure Ventile auf Dichtheit?

    Meine erste Idee war dass ich auf jedes Ventil ne Kugel Knetmasse platziert und dann das ganze auf die Knetbällchen gestellt hab, so dass die Ventile quasi durch das Gewicht des Zylinderkopfs zugedrückt werden. Dann in die Ventilkammern Benzin rein. Hat nach ca 15min überall durchgesifft bis auf bei einem. Wobei genaugenommen auch nicht wirklich erkennbar war, aus welchen Ventilen es genau rausgesifft hatte, denn das Zeug hat sich immer an bestimmten Punkten gesammelt. Also eher suboptimaler Test.


    Danach hab ich die eingesetzten Ventile nur mit dem Finger zugedrückt, auf dem Kopf stehend mit Lecksuchspray eingeschäumt und in die Kammern mit Druckluft reingepustet. Diesen Test haben 4 Ventile bestanden. Natürlich ist das nicht dem eigentlichen Kompressionsdruck vergleichbar. Aber ich denke mir, die Ventilfedern üben sicher noch einiges mehr an Druck aus als mein Zeigefinger und außerdem ist die Karre vorher ja auch mit den verkokten und vergnaddelten Ventilen immerhin gelaufen. Schlechter wird's also wohl nicht sein.


    Ein Auslassventil hab ich mit beiden Schleifpasten bestimmt 20 Minuten mit dem Akkuschrauber ein paar 1000x im Sitz kreisen lassen (Schleifpasten immer wieder zurechtgestrichen bzw. erneuert), allerdings zeigen sich die Flächen auf dem Ventil immer noch nicht makellos plan. Macht es Sinn, die vielleicht doch nochmal in der Standbohrmaschine einzuspannen und die Flächen mit Sandpapier vorzuschleifen?

  • Moin....


    inzwischen mache ich das wie die Instandsetzer: ich dichte den Kanal mit einer Platte mit stützen ab und zeihe Vakuum.

    Der erreichte Unterdruck ist ein gutes Indiz, ob dicht oder nicht .


    Digijet



    [x] <= Hier Nagel einschlagen für neuen Monitor!


    Der Horizont vieler Menschen ist ein Kreis mit dem Radius Null - und das nennen sie ihren Standpunkt.
    (A. Einstein)

  • Moin, wenn du die Sitzflächen nicht plan bekommst, würde ich es machen, wie Kai vorgeschlagen hat.

    Wahrscheinlich würde ich in dem Zuge gleich die Ventilführungen mit prüfen lassen & ggfs. erneuern.


    Zum Dichtprüfen allein stecke ich sonst einfach die Ventile in den Kopf, drehe den Kopf so, dass die Dichtfläche oben ist & einigermaßen in waage & gebe dann etwas Bremsenreiniger auf die Ventile. Wenn die Ventile dicht sind bleibt auch der im 'Brennraum' und wird nicht in die Kanäle gezogen. In die Kanaäe kann man ja rein leuchten & sieht sofort, wenn da Bremsenreiniger drin steht. Das funktioniert aber nur, wenn auch die Ventilführungen i.O. sind.


    Gruß,


    Sebastian

  • Moin,


    ein seriöser Instandsetzer wird wahrscheinlich zum Fräsen der Sitze verlangen, dass die Führungen erneuert werden oder er wird sie zumindest prüfen und in fast allen Fällen für nicht ausreichend gut befunden.


    Oft sind aber gar nicht die Sitze das Problem, sondern die Ventile selbst.

    Ich habe schon oft einfach nur die Ventile beim Instandsetzer im Dichtflächenbereich überschleifen lassen und danach war das einschleifen in die Sitze ein Kinderspiel.


    Ventilführungen habe ich auch schon öfter selbst getauscht und dann mit einer r

    Reibahle auf Maß gerieben. Auch das ist keine Raketenwissenschaft...


    Digijet



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    (A. Einstein)

  • Du sollst die Ventile nicht auf Teufel komm raus im Sitz drehen lassen (das führt nämlich zu Riefen), sondern immer nur ein paar mal mit dem Holzpümpel hin und her drehen (Schleifton wird mit der Zeit heller), dann um 90° versetzen (ggf. ein bischen neue Paste auftragen oder zur Seite gedrückte Paste wieder nutzen) wieder hin und her drehen, etc.


    Das machst du mit der groben Schleifpaste so lange, bis Ventil und Sitz eine einheitliche Fläche aufweisen. Danach das selbe noch mal in grün mit der feinen Schleifpaste.

    Es gibt zwar auch Ventilschleifer für den Akkuschrauber/die Ständerbohrmaschine, die diese oszillierende Bewegung automatisch ausführen, ich gehe aber mal davon aus, dass du soetwas nicht genutzt hast.


    Dichtheittests kann man verschiedene anwenden - dein Knettest war dafür aber nicht geeignet. Da musst du zum zuhalten schon deinen Finger bemühen.


    Wenn du selbst mit Druckluft keine Blasen aufsteigen hast sehen, sollte das wohl ausreichend sein.


    kai 1
    Was kostet der Spaß denn?

  • kai 1
    Was kostet der Spaß denn?

    ich hab dafür 2023 450 € bezahlt


    war aber kein serienkopf von nen GK , in dem kopf waren grössere sitzringe drinn und für grössere ventile , einlass 37 , auslass 31 mm statt 34/28


    war also das komplett programm mit führungen passend reiben sitzringe schneiden und ventile schleifen


    Mfg Kai

  • Ventilführungen habe ich auch schon öfter selbst getauscht und dann mit einer r

    Reibahle auf Maß gerieben. Auch das ist keine Raketenwissenschaft...


    Digijet

    Wenn mans kann...

    Ich habe auch schon Ventilführungen versaut & lasse sie seither aufreiben. Das Austreiben und Einziehen ist mit Hausmitteln machbar.


    Auf die Idee, dass es am Ventil liegt, wäre ich gar nicht gekommen. Wenn die Ventile draußen sind, war es für mich jetzt selbstverständlich, dass man schaut ob die Ventilteller noch gerade sind, man die Ventile sauber macht & mal schaut, ob da nichts eiert.


    Gruß,


    Sebastian

  • Hallo Leute,

    vielen Dank für eure Tipps und Hilfen!

    Motorinstandsetzer kommt für mich nicht in Frage, dafür ist das Budget mittlerweile einfach zu überreizt. Da gebe ich Digijet auch vollkommen recht, dass es ganz sicher nicht beim Schleifen selbst bleibt. Es muss also eine DIY-Lösung bleiben. Ich werde mir daher noch ordentlich einen abschrubben, diesmal mit der Hand, dann fluppt das schon. Die sind ja jetzt schon 10x dichter als vorher und da lief die Karre ja auch. Ist außerdem ja auch kein Ferrari.


    Um nochmal #23 zu bemühen, ich vermute die Dichtfläche am Motorblock muss ebenso makellos sein wie am Zylinderkopf? Um die Spuren der Metallteile der alten ZKD zu beseitigen muss ich da sicher das eine oder andere Zehntel runterschleifen und zusehen dass ich dabei so plan wie möglich bleibe.

  • Moin,


    8 Ventilführungen aufreiben & 8 Sitze schneiden kostet nicht die Welt.

    Die Führungen lassen sich ja selbst heraustreiben und neu setzen.

    Dazu den Kopf in den Kopf bei 120°C in den Backofen & los gehts...




    Grüße,


    Sebastian

  • hallo


    das mit dem butget kann ich ja durchaus nachvollziehen , aber bedenke auch was du in der zeit an anderen stellen am auto erreichen kannst wenn der kopf vom profi mal eben wieder gerichtet wird


    Mfg Kai

  • Ahoi zusammen,

    das ganze lag aus Gründen eine zeitlang auf Eis, seit neulich geht's endlich weiter.

    Zwischenstand:

    - letzte Unebenheiten in der Zylinderkopffläche sind beseitigt, 0,5er-Lehre passt nirgendwo mehr drunter.

    - Ventile eingeschliffen, Dichtheit für meine Ansprüche ausreichend

    - Mit neuen Schaftdichtungen wieder eingesetzt

    - Ölkanal nach den Vorgaben aus dem Thread nachbearbeitet

    - Anbauteile des ZK gereinigt, Dichtflächen geschlifffen.


    Hab die Lima auch mal ausgebaut und saubergemacht, war von oben aus vollkommen mit Ölschlamm verdreckt. Leider nicht geschafft zu zerlegen, vermute das geht nur bei einer kompletten Überholung mit Lagertausch etc, und dafür besteht z.Z. kein Anlass. Also so weit gereinigt wie's halt geht. Kann mir jemand sagen warum der Haltebolzen mit einer Kupfermutter befestigt ist?


    Richtbolzen für die ZKD hab ich mir auch schon angefertigt, jetzt macht mir eigentlich nur noch die Dichtfläche am Motorblock Sorgen.

    Der Fraß scheint hier ziemlich tief zu gehen. Ich vermute mal, die Fläche muss genauso clean wie die des ZK sein?


  • Ja, sollte sie, zumindest an der kritischen Ölbohrung.

    Wenn du die Fläche nicht glatt bekommst, würde ich an der Stelle mit einer Dichtmasse nachhelfen....


    Sauer vernetzendes Silikon, wie es in vielen Dichtmassen verwendet wird, würde ich allerdings nicht nehmen. Damit baust du dir ein neues Rostnest.


    Sonst gibt es auch super niedrigvoiskose Epoxys. Die lassen sich fein auftragen und anschließend wieder beschleifen.



    Gruß,


    Sebastian

  • Geht gerade nicht unbedingt in Lichtgeschwindigkeit weiter, aber zumindest jetzt wieder stetig.

    Der Motorblock ist jetzt ebenfalls clean, also kann jetzt bald alles wieder drauf.


    Nur die Sacklöcher für die Zylinderkopfschrauben hab ich noch nicht richtig trocken bekommen, habs mit Absaugen und Druckluft probiert. Ich sag mal sauber sind sie, aber eben nicht trocken. Vielleicht kann mir da jemand noch nen Trick verraten.

    Habe eh unterschiedliche Aussagen gehört:

    Dass die ZKD trocken eingelegt wird ist klar, aber bei den Schrauben scheinen sich die Geister zu scheiden. Die einen sagen trocken einschrauben, weil sonst das Drehmoment nicht stimmt, die anderen ölen die Gewinde ein. Bei zweiterem wärs ja dann egal wenn die Sacklöcher noch leicht ölig sind. Wie würdet ihrs machen?