Zylinderkopf aufarbeiten

  • Hi nochmal,


    ich könnte mir vorstellen, dass man die Schraube noch problemlos beim nächsten VW-Händler bestellen kann. Die ist wohl in verschiedenen Modellen verbaut, nicht nur im Polo.

    Es gibt zumindest VW-Händler, die bei der Google-Suche diese Schraube noch original anbieten, für um die 4 Euro. Versand kommt natürlich noch dazu. Aber bei sowas sollte man sich vielleicht gleich 3-5 Stück hinlegen, je nach dem, wie viel man schraubt. Denn irgendwann gibt´s das Teil dann nicht mehr und schon hat man ein "rares" Teil auf Lager und kann schnell reagieren. So mache ich das mittlerweile bei sämtlichen Verschleißteilen, die noch günstig zu haben sind und nicht soo viel "totes Kapital" darstellen...

    Gerade so Teile wie Hydrostößel, (Wellen-)Dichtringe, Ventilschaftdichtungen, Kopfschrauben oder sogar Zylinderkopfdichtungen kosten online ein Bruchteil von dem, was der Teilehändler um die Ecke von privaten Hobbyschraubern ohne Kundenkonto und Werkstattprozenten haben will...


    Gruß

    Carsten

  • Das ist doch nur eine Schraube:

    Länge, Durchmesser, Gewindesteigung und Festigkeitsklasse.


    Wenn VW die nicht mehr hat, bekommt man die sicher auch anderswo.


    ZKD+ Schrauben + Schaftdichtungen habe ich mir letzte Woche erst auf Reserve gelegt. Da waren beim Teilehändler 36 EUR.... wobei die Schaftdichtungen dort etwas teuer sind...

  • Ich scheine ein Brett vorm Kopf zu haben, vielleicht könnt ihr mir helfen:


    Ich habe jetzt auch die zweite Nockenwellenradschraube abgerissen, irgendwas muss ich doch falsch machen...

    - Die erste war von Topran, die zweite Original VW (zumindest laut Verkäufer, aussehen tun die komplett gleich)

    - 80Nm mit Drehmomentschlüssel, der ziemlich genau ist. Er wurde vor kurzem gemessen, da hatte er immer so 1-1,5NM zu wenig, also habe ich 81 eingestellt.

    - Nockenwellenrad festgestellt durch Verkeilen eines Metallwerkzeugs zwischen Rad und Schraubenkopf der hinteren Abdeckung.

    - beide Schrauben ließen sich bis ca 60 Nm normal anziehen (habe in Stufen gemessen), danach wurde es einfach nicht mehr schwerer.

    - diesmal hab ich die Schraube komplett trocken eingesetzt und auch das Gewinde vorher nochmal ausgeblasen.

    - natürlich habe ich auf korrekten Sitz geachtet und die Schraube erstmal per Hand eingeschraubt. Der Schlüssel kam erst zum Einsatz, als die Schraube bereits sicher und das Rad ohne Wackeln sass.


    Die Festigkeit beträgt 10.9, so was kann doch bei unter 80Nm eigentlich nicht abreissen...


    Das einzige was ich anders als vorher gemacht habe ist, dass ich in beiden Fällen eine Unterlegscheibe verwendet hab. Vorher war keine drauf, aber aus allen Handbuchabbildungen ging hervor, dass da eine hingehört. Beim ersten mal trocken, heute mit einem Tropfen Öl auf der Scheibe, damit die Reibung geringer ist.


    Ich habe mit aller Vorsicht gearbeitet, aber eigentlich kann da doch nur irgendwo ein Fehler sein.... Der Schlüssel löst aus, hab ich ausprobiert... Wie kann eine 10.9 - Schraube bei unter 80Nm abreissen?!?

  • .... außerdem hätte der Schlüssel ja dann auslösen müssen. Ich kann es mir nicht erklären... Das einzige was mir einfällt ist, dass es evtl doch eine Dehnschraube ist und ich in zu kleinen Schritten angezogen habe - bei den ZK-Schrauben sollen die einzelnen Schritte ja auch immer in einem Zug durchgeführt werden. Ich habe vorsichtig immer in vielleicht Achtel-Umdrehungen oder weniger gearbeitet.

  • Hi, das müsste eine M12x1,5 sein. Laut Tabelle darf die 143Nm bekommen.

    Im Bruchbereich sind deine Schrauben gut plastisch verformt. Da an der Stelle in der Nockenwelle kein Gewinde ist, müssen die Schrauben zu viel Kraft bekommen haben. Ich würde auf den Drehmomentschlüssel tippen. Da die Schrauben viel mehr können als die 80Nm würde ich es beim nächsten Mal mal mit einem anderen Schlüssel probieren. das kann ja irgend ein billigteil sein... oder du schätzt das Moment per Kraft*Hebelarm.


    Gruß,


    Sebastian

  • Es sind M10 x30 x1,25

    Der Drehmomentschlüssel ist von Proxxon und hat bisher immer zuverlässig gearbeitet. Er wurde vor wenigen Schrauben erst noch bei meinem Bruder in der Firma am Testgerät überprüft. Er hat deutlich unter 3% Abweichung nach unten, das heisst er zieht sogar etwas zu wenig an - weswegen ich 81 statt 80 Nm eingestellt hatte. Und er löst aus, auch das hab ich überprüft. Bei 60Nm hats noch geklackt und danach hab ich kaum noch Kraft gebraucht zum Weiterdrehen bis sie ab war. Das kann unmöglich zu viel Schmalz gewesen sein...

    Ich hab die 80 danach nochmal an einer festen Schraube im Schraubstock ausprobiert um ein Gefühl dafür zu bekommen. Das war deutlich mehr Wums als ich der Schraube angetan hab. Und die 80 muss sie doch locker wegstecken.

    Trotzdem fällt mir ausser dem Schlüssel nichts mehr ein.

  • Wenn es also definitiv keine Dehnschrauben sind, werde ich es einfach mit einer stinknormalen Schraube versuchen, die dieselben Werte aufweist. Vorher werde ich die alte nochmal einschrauben. Wenn ich bedenke was ich an brachialer Kraft aufwenden musste um die rauszubekommen, müsste die problemlos das doppelte und mehr aushalten.

  • Hallo,


    also bei den NoWe-Rädern der Hydro-Motoren kommen nie Unterlegscheiben unter die Schrauben. Das war, meine ich, höchstens bei den Schlepphelmotoren früher der Fall. Kann mich da aber nur an die Selbsthilfe-Bücher erinnern.

    Ich habe in den letzten Jahren öfter diese Schrauben gelöst und wieder angezogen, niemals Probleme gehabt. Mit verschiedenen Drehmomentschlüsseln, entweder Hazet, Gedore oder Würth. Ich ziehe die einfach fest und gut ist. Hatte nie das Gefühl, dass die Schrauben sich dehnen oder anders unnormal verhalten. Einfach Drehmoment einstellen, NoWe-Rad festhalten und festziehen, bis es klickt. Habe mir vor über 20 Jahren einen Halter mit Verlängerung gebaut, der die Zähne des NoWe-Rades von außen greift, also nicht das Rad von vorne oder hinten.


    Vor Jahren gab es mal einen großen Test von Drehmomentschlüsseln in der Oldtimer Praxis oder Markt, da waren die Proxxon-Schlüssel unterirdisch schlecht was die Drehmomentwerte anging. Entweder viel zu viel oder zu wenig, weiß nicht mehr genau. Die normalen Werkzeuge von denen sind gut und über jeden Zweifel erhaben, aber die Drehmomentschlüssel kommen mir nicht in die Werkstatt... Ich bin schon ziemlich wählerisch, was meine Werkzeuge angeht und ich habe wirklich viel...


    Ich würde auch auf den Schlüssel tippen und mal einen anderen ausprobieren, wenn möglich.


    Gruß

    Carsten

  • Dann sollte der Sollwert bei 83Nm liegen. Normalerweise verreißt man die dann auch noch nicht bei 100Nm.

    Du meinst mit Sollwert sicher das übliche Anzugsmoment für eine Schraube dieser Maße und nicht die Belastungsgrenze oder? Das wär ja total krass, wenn die quasi bis kurz vor die absolute Grenze gebracht werden müssten. Und wie gesagt, das Lösemoment beim Abschrauben war wirklich gewaltig, da musste ich mich fast dranhängen mit Rohrverlängerung auf dem Schlüssel. Und die Schraube hats weggesteckt. Die alte, wohlgemerkt. Die kommt jetzt auch wieder rein, ich werde bald berichten.

  • Ja, das ist das Anzugsmoment. Bei einer normalen Schraube darf da definitiv keine plastische Verformung stattfinden.

    Anzugsdrehmoment Feingewinde Tabelle
    Drehmoment Tabelle für M8 bis M39 Feingewinde, Anzugsmoment bzw. Anzugsdrehmoment, metrische Feingewinde
    www.anzugsmoment.de


    Da im Gewindegrund der Schraube eine verhältnismäßig undefinierte Kerbwirkung stattfindet & die damit der schwächste Punkt ist, muss da ein Sicherheitsfaktor draufgeschlagen werden, sprich die Schraube muss um einiges mehr aushalten als die 83Nm.


    Der Verformung deiner Schrauben nach zu urteilen, war die Kraft zu groß.

    Theoretisch kann das nur durch eine viel zu geringe Gewindereibung oder durch ein zu hohes Anzugsmoment kommen.


    hattet ihr den Drehmomentschlüssel bei 80Nm gemessen, oder bei einem deutlich höheren Wert?

    Mein 200Nm Schlüssel löst im unteren Bereich bspw. auch nicht sauber aus.


    Andere Frage: Das Nockenwellenrad sitzt doch auf einem Konus mit Passfeder. Normalerweise sollte das Anzugsmoment der Schraube eher unkritisch sein, so dass du die 80Nm auch nach Gefühl anziehen kannst. Mit der Halbzollratsche gut angezogen, wären bei mir bspw. 60..70Nm ;)


    Gruß,


    Sebastian

  • Andere Frage: Das Nockenwellenrad sitzt doch auf einem Konus mit Passfeder. Normalerweise sollte das Anzugsmoment der Schraube eher unkritisch sein, so dass du die 80Nm auch nach Gefühl anziehen kannst. Mit der Halbzollratsche gut angezogen, wären bei mir bspw. 60..70Nm ;)


    Gruß,


    Sebastian

    Nein da verwechselst du was, bei den Hydrostößlern ist da kein Konus