Restaurierung 75er Standard Polo

  • Hallo


    Ganz großes Kino was du da ablieferst.

    Eine Frage habe ich jedoch.Wie auf den Bildern zu sehen ist ,hat das Auto massive Roststellen.

    Da kannst du doch nicht bis zum Schluß mit gefahren sein.Hat der jahrelang Draussen gestanden ?

    Zwischen dem letztem TÜv und dem Zustand jetzt muß doch etwas entscheidendes mit der Karosse passiert sein.

    Ich erinnere mich an meinen ersten Polo Bj.76 ,das war für mich unglaublich was der gerostet ist.Damals war ich 18 und Azubi,der war unglaublich schlecht,Eigendlich mit 10 Jahren Alter schon ein Fall für die Presse.


    Gruß stefan

  • Hallo, die Frage ist natürlich berechtigt. Nein, natürlich war der ´97 nicht so schlecht. Er hatte zwar massiv Rost, aber halt noch im "normalen" Ausmaß. Danach hatte ich ihn ein paar Jahre in einer gut belüfteten Scheune stehen, da mußte ich dann aber leider kurzfristig raus und konnte ihn dann kostenfrei bei einem Bekannten auf dem Hof unterstellen. Das Angebot habe ich natürlich gerne angenommen und da hat er die letzten 15 Jahre gestanden. Die ersten Jahre bin ich dann auch nur sehr sporadisch mal da gewesen, da ist mir nichts afgefallen. Als dann aber vor einigen Jahren der Plan näherrückte die Restauration anzugehen habe ich mich näher mit dem Auto beschäftigt, und da ist mir dann aufgefallen daß der Rost im Verborgenen diese Ausmaße angenommen hatte. Vornehmlich halt untenrum, auf den ersten Blick sah er ja gar nicht schlecht aus. Später habe ich dann erfahren daß das früher mal ein Schafstall war. Ich vermute daß da noch Ausdünstungen im Raum sind. Anders kann ich mir diesen Verfall nicht erklären. Wie gesagt, rostig war er auch damals schon. Aber halt nicht sooo schlimm wie jetzt. Wahrscheinlich ist es so daß die Ausdünstungen bei dem doch schon reichlich vorhandenen Rost leichtes Spiel hatten. Ist aber nur eine Vermutung...


    Gruß, Ansgar

  • Hatte der Standplatz keinen befestigten (versiegelten Boden z.B. Beton) sondern nur Erde vielleicht mit Ziegelsteinen kommt da ja die Feuchtigkeit und Ausscheidungen der Tiere (durch Urin und Kot z.B. Ammoniak und weitere gelöste Salze etc.) wieder hoch und haben bei dem schlecht geschützten Blech, das ja schon durch den Fahrbetrieb angefressen war - leichtes zerstörerisches Spiel betrieben.

    Wie gesagt, das Blech seinerzeit ist seitens der Stahlhersteller (wenn ich richtig informiert bin aus u.a. Italien) auch noch "unrein" erschmolzen worden, da ungeeigneter Stahlschrott bei der Herstellung verwendet wurde. Dadurch bedingt rostet das Blechwerk quasi in sich selbst, sofern es diesen Chargen angehörte.

    Kann nur staunen, was Du da mit "Hausmitteln" an dem Polo gerade "untenrum" wirklich zauberst! Das muß wahre "Autoliebe" sein!

    Du hast Dir ja Lehren gebaut (auf den Bildern erkennbar), um relevante Partien lagerichtig wiederholgenau anbringen zu können.

    Ist gerade für die Hinterachsaufnahmen oder das Abschnittsteil rechts vorn extrem wichtig, damit später die Spur (wieder) paßt, was ich besonders toll von Dir mit probaten Mitteln gelöst finde, wenn man keine Richtbank mit Zubehör für das entsprechende Auto in der Garage hat.


    Tja, die Sache mit den Anbauteilen und deren Fügestellen - und vorne die Kotflügel ohne Kunststoffinenkotflügel, wie die späteren 2-er...

    Seitens VW sollten zwischen vorderen Kotflügeln und Stehblech so Zinkplättchen an den Schraubstellen und dann flächig Dichtschnur verwendet werden, wenn ich mich noch recht erinnere.

    Von Lokari soll es Innenkotflügel (evtl. aus Alu zum anpassen) geben, habe aber leider noch kein Auto damit bis jetzt gesehen.


    Was willst Du da machen? Vorgehen wie oben und allseits mit Wachs versiegeln und gut?

    Den Schlauch für die Tankentlüftung, der durch das Bröselrohr geht (bei Dir jetzt aus VA), würde ich mit leichter Naht aus Karosseriedichtmasse rundherum abdichten, damit sich im Rohr kein Schmutz sammeln kann (liegt ja leider in Wurfrichtung des Rades), was eine spätere Demontage erschweren könnte.


    Freue mich auf die weiteren Infos zum Fortgang der Restauration.


    MfG wolfi66x

  • Hallo, der Standplatz hatte einen Betonboden, deshalb hatte ich mir auch damals keine Gedanken dazu gemacht. Ob meine Vermutung überhaupt den Tatsachen entspricht weiß ich nicht - ist halt nur eine Vermutung. Komisch ist halt daß er in den letzten Jahren so krass gelitten hat, abwohl der Stellplatz mit Betonboden und guter Lüftung eigentlich erstmal ideal erscheint. Diese Frage werde ich wohl nicht mehr beantwortet bekommen, ist auch eigentlich egal. An der Misere würde es eh nichts mehr ändern, da muß ich jetzt durch.


    Ja die Rahmenlehre ist extrem wichtig und hilfreich. Zusätzlich kontrolliere ich sehr pedantisch die Karosseriemaße anhand des Werkstatthandbuches. Bis jetzt liege ich mit allen Maßen im vorgegebenen Toleranzbereich. Ob ich genau genug gearbeitet habe wird sich später beim Vermessen zeigen ...


    Was den Korossionsschutz anbelangt bin ich mir noch unsicher. Geplant habe ich eigentlich die Karosserie nach der Fertigstellung zu tauchen und KTL zu beschichten. Allerdings sind da in den letzten Jahren die Preise in Höhen hochgeschnellt, die einem den Spaß daran verderben. Wenn es soweit ist werde ich Angebote einholen und entscheiden. Als Hohlraumversiegelung werde ich dann nach dem Lackieren Mike Sanders verwenden. Habe ich bei meinem 124er vor 10 Jahren auch gemacht und das hat sich sehr gut bewährt. Beim Golf3 meiner Frau habe ich das auch gemacht, und da zeigt sich daß Mike Sanders den Status definitv hält. Heißt: Auch rostige Stellen, die man mit dem Fett einschmiert, rosten ab dann nicht mehr weiter. Ist also eine sehr gute Sache für daily driver, bei denen man noch nicht weiß wohin die Reise mal geht. Sollte man sich 10 Jahre später überlegen das Auto langfristig zu halten wäscht man das Fett ab und machts richtig.


    VG Ansgar

  • Hallo Ansgar,

    hinsichtlich einer KTL Beschichtung hört man von Carblast recht viel.

    Ist bei mir in der Nähe ansässig (Baden-Württemberg) und hat schon eine ordentliche Größe. Habe mich mit denen in der Vergangenheit auf Oldtimermessen unterhalten und vorab mal informieren können.

    Schätze mal mit € 5000,- wirst Du dabei sein können.


    Hier der Link:

    http://carblast.de/ktl-beschichten/


    MfG wolfi66x

  • Hab mich bei meinem Projekt für KSD Kaltfett vom Depot entschieden. Ließ sich super verarbeiten. Wird abgebunden zu einer zähen Masse. Wird erst in der Hitze weich und fließt dann in jede Ritze. Vorteil ist du kannst es in Lauwarmen Zustand einbringen und hast weniger Sauerei. Der Zweite Vorteil für mich ist das der Wagen nicht wochenlang tropft und bei der ersten Hitze gefühlt schwitzt :)

    Kann ja jeder machen was er will, wollte nur meine Erfahrungen von dem recht neuen Produkt mitteilen.


    Gruß Carsten