Slalom Gr.H ohne Lichtmaschine?

  • Hallo zusammen,


    ich bräuchte bitte mal eure Meinungen und evtl. Erfahrungen, wenns um das Thema geht:
    - Gr. H Slalomfahrzeug ohne Lichtmaschine fahren.


    Wer fährt einen Gr. H Polo ohne Lichtmaschine im Slalom?
    Welche Batteriestärke bzw. welcher Batterietyp wäre dafür am besten geeignet?
    Wie sind eure Erfahrungen bezüglich der Batteriekapazität, wenn man die drei Läufe (1x Training + 2x Wertungslauf) ausschließlich mit Batteriestrom fährt?


    Am Berg ist ja so was häufiger zu sehen. Ich bin mir aber nicht sicher, ob das im Slalom auch so funktioniert... :uhoh:


    Man kann ein Auto nicht wie ein menschliches Wesen behandeln - ein Auto braucht Liebe. (Walter Röhrl)

  • Servus,


    je nach Setup ist der Stromverbrauch auch unterschiedlich.
    Häng doch einfach mal nen Strommessgerät zwischen Batterie und Masse. Kostet fast nix und gibt Klarheit:
    Hier z.B. (Affiliate-Link)


    Bei der Batterie würde ich dringend zu Lithiumbatterien raten. Die Starterbatterien sind nicht für zyklische Belastung geeignet und sterben so sehr schnell. Außerdem ist die entnehmbare Kapazität n Witz.
    Ich selber fahre, aber mit Lima, eine 8Ah 12V LiFePO4 Batterie, die aber auch prima 40! mal den Motor gestartet hat bei einem Stresstest. 20Ah 12V LiFePo kostet mit Balancer ca. 170€ und wiegt 1/4tel einer 42Ah Bleibatterie (bei der man real vielleicht 20Ah entnehmen kann ohne sie direkt nach 10 Ladezyklen in die Tonne treten zu müssen).


    Gruß,
    Patrick

  • Der Tipp mit den Lithiumbatterien ist echt nicht schlecht - danke!


    Jetzt wäre aber auch mal interessant zu wissen, wer denn aktuell (oder vielleicht auch in der Vergangenheit) aktiv im Slalomsport der Gr. H unterwegs ist und sein Polo 86c ohne Lichtmaschine fährt.
    Hier würden mich besonders Praxiserfahrungen bei verschiedenen Temperaturen/Jahreszeiten bzw. bei verschiedenen Streckenlängen (kurzer Parkplatzkurs vs. langer Flugplatzkurs) interessieren.


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  • Moin,


    zwar fahre ich selbst nicht aktiv, aber ich kann rechnen.


    Die höchste Belastung hat die Batterie beim starten.
    Das kann man beim Slalom im Vorstart-Bereich gut entschärfen, wenn man nen dicken Power-Stecker mit Plus und Minus nach außen legt und dann ne dicke Batterie mit passendem Gegenstecker am Vorstart stehen hat. Setzt halt nen Helfer voraus.


    Aber selbst beim Starten mit der Onboard-Batterie sollte es, wenn nicht gerade mit Licht gefahren werden muss, für Training und 2-3 WL reichen.


    Einer der Slalom-Fahrer hier macht das so, vielleicht meldet er sich noch zu Wort.


    Hätte ich ein Gruppe H Slalom Auto, es hätte keine Lichtmaschine...


    Digijet


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    (A. Einstein)


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  • Als ehemaliger Slalomfahrer in der Gr. G als auch in der Gr. H gebe ich mal meinen Senf dazu!


    Am Samstag Abend wird der Polo auf den Trailer verladen; Fremdstarthilfe oder mit Winde draufziehen.


    Sonntag morgen abladen, entweder Fremdstarten oder runterschubsen.


    Anschließend aufstellen zum Trainingslauf, wenn es gut läuft 20 Starter in der Klasse. Heißt am Vorstart das Auto 20 mal um eine gute Wagenlänge vorschieben und zum eigenen Heat Fremdstarten.


    Das ganze dann noch 2 mal bei den Wertungsläufen.


    Die Prozedur Fahrerlager-Techn. Abnahme- Parc-Ferme mal ganz außer Acht gelassen.


    Danach das Ding wieder auf den Trailer ziehen. :furious:


    Mir wäre das zu mühselig.


    Zudem, stell Dir vor Du fabrizierst im 2ten WL einen Dreher mit Motor aus. Reicht der Batteriestrom dann noch um den Motor zu starten? O.K. Zeit ist dann eh im A.... aber wenn Du den Motor nicht gestartet bekommst bist ADW.


    Ich würde eine sehr kleine Lima verbauen, die muß soviel liefern wie die Zündung aus der Batterie zieht. Bedenke dass Du fast immer mit Drehzahlen jenseits der 6000 unterwegs bist und die Zündung dann schon ordentlich was zieht.


    Aus Erfahrung kann ich Dir sagen das bei einem HZ mit 36AH Batterie der Strom ausreicht um ca. 20 km mit Licht, Bremslicht und Blinker zu fahren. Starten des Motors war danach nicht mehr möglich.


    Viele Grüße
    Dirk

  • Also Gr.H habe ich nichts mit zu tun, und auch nur WErfahrungen auf der Rundstrecke.#
    Eine 36AH Batterie reicht (Fahrzeug mit Weber Vergaser) locker aus um eine Stunde Rennen zu fahren.
    Danach war immer noch genug "Saft" in der Batterie um den Wagen zum verladen noch zu starten
    Ein Fahrzeug mit Einspritzmotor und elektronischer Motorsteuerung könnte da eventuell eher Probleme bekommen da die Motorelektronik und vor allem die Kraftstoffpumpe erheblich mehr Strom verbrauchen, aber für eine Slalom Veranstaltung sollte es allemal reichen.


    Irgendwann werde ich auch mal nen Keilriemen opfern und nach dem letzten Prüfstandlauf den Riemen abkneifen und einen Lauf ohne machen, nur weil ich mal wissen möchte was es konkret auf der Rolle bringt.


    Mfg Patrick

    Gott schütze uns vor Sturm und Wind, und Autos die aus Japan sind!

  • Zitat

    Original von Rennmechaniker
    Irgendwann werde ich auch mal nen Keilriemen opfern und nach dem letzten Prüfstandlauf den Riemen abkneifen und einen Lauf ohne machen, nur weil ich mal wissen möchte was es konkret auf der Rolle bringt.


    Also elektrisch deaktiviert war kaum ein Unterschied messbar (0,3kW, also Messtolleranz), mechanisch dürfte auch nicht deutlich mehr bei rumkommen.


    MfG
    Roland

    "Zyniker, der [Subst.], ist ein Schuft, dessen mangelhafte Wahrnehmung Dinge sieht, wie sie sind, statt wie sie sein sollten."

  • Servus,


    bei 1kW Abgabeleistung einer modernen Lima nimmt sie bei gut 4000U/min (am Generator) in etwa 1,7kW auf. Bei 15000U/min nimmt sie bereits 3,5kW auf (bei 1kW Abgabeleistung).


    Die Polo-Lima ist vom Wirkungsgrad, gerade bei hohen Drehzahlen schlechter, allein die mechanischen Verluste durch Riementrieb und Lüfterrad dürften 1-1,5kW ausmachen ohne das auch nur ein Watt raus kommt.
    Lösung ´wenn man nicht ohne Generator fahren will-> Lima anders übersetzen.


    Der Wagen fährt eh nie unter 4000U/min und die paar Minuten im Standgas beim warten überlebt selbst eine winzige LiFePO4 Batterie mühelos. 1:1 Übersetzung reicht tatsächlich völlig und ist supereinfach realisiert. Einfach zwei Keilrippenriemenscheiben für die 6N Limas besorgen, auf Kurbelwelle und Lima aufschrauben und mit 4PK (nicht 6PK) fahren. Fertig ist der Lack.
    Oder man machts etwas schöner wie ich es gemacht habe (Zahnriemen hat nochmal nen höheren Wirkungsgrad :D)

  • Alles in allem sehr interessante Argumente.
    Besonders die Betrachtungen des Anlass- und des Zündstroms bei hoher Belastung, sowie die notwendigen Startvorgänge vom Aufladen vor dem Renntag bis zum Abladen am Renntag-Abend.



    Fancydirk
    Deine Beschreibung eines typischen Renntages finde ich eigentlich gar nicht so abwegig - fast genau so kenne ich das mit Abnahme, Aufstellen, Vorstart, etc. und empfinde es als vollkommen "normal"... :uhoh:
    Bis auf die Tatsache, daß ich bisher auf eigener Achse angereist bin und ab diesen Jahr dann auf dem Anhänger. ;)


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  • Hi,


    selbst wenn ich beim Slalom "so einen Renntag" als Maßstab nehme, dann kann ich mit einer irgendwo per Spanngurt fixierten "dicken" Batterie alle Lade-, Rangier- und Abnahme-Fahrten erledigen. Für das reine Rennen reicht mit mehrmals Starten inkl. dem Starten nach nem Dreher eine kleine frisch geladene Batterie. Selbst in der DM (Rennslalom) reden wir von wenigen Minuten Gesamtfahrzeit....
    Im Vorstartbereich würde ich schon allein deswegen schieben, um die (Renn-)Kupplung zu schonen....


    Mir wäre es das wert, dabei geht es nicht nur um die kW Motorleistung, sondern auch um die kg Gewicht sowie die zusätzlichen Fehlerquellen....


    Digijet


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  • Zitat

    Original von Jack-Lee
    Oder man machts etwas schöner wie ich es gemacht habe (Zahnriemen hat nochmal nen höheren Wirkungsgrad :D)


    Heult halt dann wie blöd, hatte ich beim G40 auch mal, hat aber irgendwann dann tierisch genervt.

  • Die Lautstärke ist extrem abhängig vom Zahnprofil, Riemenspannung, freier Trumlänge, Scheibendurchmesser (kleiner = leiser), Scheibenmaterial (gefräste Aluscheiben 3db leiser als Kunststoff) und eventueller Dämpfung (Am Riemen). Ich nutze einen AT-Riemen mit PU Zahnflanken. Dieser ist im Vergleich zum alten Standardzahnriemen um fast 15db leiser. Das ist extrem und fast auf dem Nivau der "SuperTorque" Riemen, wie sie für den Ventiltrieb genutzt werden.
    Der viel breitere Zahnriemen daneben ist ja auch Serienmäßig am Fahrzeug ohne das man diesen schreien hört ;) Und ein halb so breiter Riemen ist 6-8db leiser.


    PS. am Slamomfahrzeug ist das Geräusch aber wohl vollkommen egal und wird vom Auto selbst wohl ums x fache übertönt.



  • O.K. meine Erfahrungen liegen fast 30 Jahre zurück.


    Ich habe Veranstaltungsgelände kennengelernt wo Fahrerlager, Strecke und Parc-Ferme


    teilweise kilometerweit auseinanderlagen.


    Wenn ich mir vorstelle das Muddi dem Rennwagen immer mit ner 66er Batterie auf´m


    Hackensulki hinterherhechelt, naja ich weiß nicht. :rolleyes:


    Zudem, welche Zeitvorteile bringen ca. 2kw Mehrleistung und vielleicht 15kg eingespartes


    Gewicht auf 2000m ?


    Bei einem gut vorbereitetem Polo hast Du eh schon Probleme das Mindestgewicht zu erreichen.


    Also bleiben letztendlich ca. 2kw Mehrleistung, dafür nimmst Du in kauf das der Polo nicht


    mehr autark ist. Gib dem Motorenbauer ein paar Euro mehr, dann hast Du die auch.


    Oder ersetze fehlende Leistung durch fahrerisches Können.


    Ich habe damals regelmäßig auf unserem Werksgelände trainiert, hat ne Menge gebracht.


    Viele Grüße
    Dirk

  • Hatte ich testweise mit ner Kupplung von Mercedes probiert. Nützte in meinem Fall nicht so viel, da die Kupplung echt bös viel Strom braucht und das komplette zu/abschalten die Batterie ziemlich stresste (Viele Ladezyklen da ständig laden/entladen/laden)

  • Ich kann mir gut vorstellen, dass es zur Verbracuhsoptimierung nichts nützt sondern eher schadet. Ausßer, man treibt noch aufwand für eine Steuerung.


    Aber um bei einem Slalom-Auto die Lichtmaschine nur während des eigentlichen Laufes abzuschalten wäre das vielleicht eine Option

  • Eine "Kompromißlösung" könnte es sein einen Schalter am Gaspedal zu verbauen der den Generator ab einer gewissen Gaspedalstellung abschaltet.
    Sprich im Leerlauf und Teillastbereich wird geladen, und ab einem gewissen Punkt, bis Vollgas wird der Generator abgeschaltet.
    Nur ob sich das lohnt wenn wir hier wirklich nur von etwa 2-3 KW reden...?


    Mfg Patrick

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